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Geschichte von Westkapelle

 
     
  Alles zur Geschichte von Dorf und Deich erfahren Sie im Polderhuis "Museum und Meer"  




Das Museum wurde 2004 konzipiert und eröffnet von Frau Ada van Hoof und Jan van Beekhuizen.

Ich danke Frau van Hoof für die Genehmigung, dieses Seite aufbauend auf Ihrem Buch gestalten zu dürfen.

Weitere Informationen zum Polderhuis, zum internationalen Projekt Memories to Share und wie Sie das Museum unterstützen können, lesen Sie hier
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Polderhuis Museum und Meer



Polderhuis-Museum

Zuidstraat 154 - 156
4361 AK Westkapelle

+31(0)118 - 57 0700

info@polderhuiswestkapelle.nl

 

 

  Homepage in deutscher Sprache Foto Horst Lisowski April-2016

Vielleicht fragen Sie sich, was an der Geschichte eines kleines Dorfes so interessant ist, dass man dazu eine Webseite macht.  Sie werden positiv überrascht sein.
Zwei Aspekte sind bedeutsam:

  • Die Geschichte von Westkapelle ist die Geschichte des zweitgrößten Seedeiches der Niederlande und ist die Geschichte eines jahrhundertelangen Kampfes der Menschen mit  den Naturgewalten Meer und Wind.
  • Westkapelle wurde im Jahre 1944 Schauplatz dramatischer Kriegsereignisse, die gerade deutsche Touristen kennen und ihren Kindern vermitteln sollten.
    Was hier geschah, zeigt den Wahnsinn des Krieges und sollte uns allen stets Mahnung sein.

Die neue Fassung der Seite über die Geschichte von Westkapelle (März 2009) wurde möglich durch die Unterstützung des Polderhuismuseums Westkapelle.

Aus der ersten Fassung von 2001 erhalten geblieben ist der Abschnitt über die Geschichte der Kirchengebäude (am Ende dieser Seite), der aus der Sicht des Autors dieser Website einen eigenen kulturhistorischen Wert hat.

 
Inhaltsübersicht
Buchansicht Polderhuismuseum Westkapelle
Ansicht des Buches, aus dem hier Auszüge zu lesen sind
12 vor Christi bis 1000 nach Christi  
Von 12 vor Christi bis 250 nach Christi war die Zeit der Römer im heutigen Belgien und den Niederlanden. In den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt erhielt Walcheren Besuche von verirrten Reisenden: die Römer aus Italien, St. Willibrord aus England und die Normannen aus Skandinavien. Es ist nicht deutlich, ob jemals auch Römer in Westkapelle selbst gewesen sind.
In der Nähe von Domburg hat jedenfalls dort, wo es einen Hafen für die Überfahrt nach England gab, ein römischer Tempel gestanden. 1514 wurde auf dem Strand von Westkapelle ein Stein mit römischer Inschrift gefunden. Dieser Stein befindet sich heute im Zeeuws Museum in Middelburg und ist der einzige greifbare Beweis dafür, dass es möglicherweise eine römische Siedlung in Westkapelle gegeben hat.
Ab etwa 1000                   zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
Nach dem Jahr 1000 entstanden viele Dörfer und Städte. Die erste Nennung von Westkapelle datiert aus dem Jahr 1067, als Walcheren gegen den Grafen von Flandern in Aufstand kam und die Aufständischen zu der Kirche in Westkapelle zogen. Westkapelle erhielt im Jahr 1223 die Stadtrechte. Es war ein Ort von strategischer Bedeutung, da er an der Mündung der Schelde lag, die durch zwei Grafschaften strömte. Dadurch kam es hier regelmäßig zu kriegerischen Unruhen. Im Jahr 1253 soll es beispielsweise eine ‘Schlacht von Westkapelle’ gegeben haben.
Ab etwa 1300                    zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
Im späten Mittelalter blühte die Wirtschaft im Mündungsgebiet der Schelde und somit auch auf Walcheren auf. Walcheren wurde zu einer Verlade- und Lagerstätte und war Lieferant für alles, was mit dem Handel und der Schifffahrt zu tun hatte. Westkapelle war damals sogar Fischlieferant für die Stadt Antwerpen. Die günstige Lage in Hinblick auf den Hafen von Antwerpen sorgte dafür, dass Wohlstand eintrat und die Bevölkerungszahlen zunahmen. Den Wohlstand zeigte man durch den Bau imposanter Kirchen mit großen Türmen zur Ehrung Gottes und der eigenen Stadt und durch den Bau reichhaltig verzierter Rathäuser. Durch die Erosion der Dünen lag ein Teil der Stadt schließlich immer näher am Meer. Durch die Versandung konnten außerdem Schiffe mit großem Tiefgang nicht mehr an der Küste vor Walcheren anlegen. Westkapelle hatte so seinen Hafen verloren und Handel und Wohlstand gingen rapide zurück. Die Häuser und die Kirche von Westkapelle wurden immer weiter landeinwärts gebaut. Die neue Kirche wurde im gotischen Stil errichtet. Das einzige, was von dieser Kirche heute noch übrig geblieben ist, ist der Kirchturm, der heutige Leuchtturm von Westkapelle.
Nach 1500                         zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
Im Jahr 1568 kamen die Niederlande in Aufstand gegen die Spanier: der Achtzigjährige Krieg (1568-1648) fand statt. Letztendlich führte das zur Gründung der Republik der Sieben Vereinigten Niederlande.
Im 17. Jahrhundert, das auch das Goldene Zeitalter genannt wird, gab es großen Wohlstand und eine blühende Kultur. Es waren aber auch unruhige Zeiten, denn innerhalb von 22 Jahren wurden hier drei Seeschlachten gegen England geführt (von 1652 bis 1674). Dadurch ist der Seeheld Michiel de Ruyter so berühmt geworden.
1793 erklärte Frankreich der Republik den Krieg und 1796 besetzte eine große französische Garnison diverse Häuser in Westkapelle. Es wurde ein Lager für circa 2000 bis 3000 Soldaten gebaut.
Im Jahr 1810 wurden die Niederlande von Frankreich besetzt. Ludwig Napoleon, der Bruder des französischen Kaisers Napoleon, wurde der König. Das Fort De Nolle in Vlissingen und die Festungsanlage in Veere erinnern an diese Zeit.

Altes Stadthaus 1785
Ein enormer Deich                zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der gut vier Kilometer lange Deich von Westkapelle ist der westlichste Punkt der Halbinsel Walcheren und ist einer der berühmtesten Seedeiche der Niederlande.

1100 liegt Westkapelle geschützt hinter einer Dünenreihe und hat einen schmalen Strand. Durch die Strömung der Gezeiten wird diese Dünenreihe angegriffen.
1432 gibt es ein erste Meldung über die Bedrohung durch die Erosion der Dünen. Zwischen den Dünen und dem Dorf wird ein Binnendeich gebaut. In
1458 wird Westkapelle immer weiter landeinwärts verlegt.
1483 hat der Binnendeich eine Länge von mehr als 500 Metern. In den kommenden Jahren wird die Dünenreihe durch Sturmfluten schwer beschädigt.
1532, am 2. November, steht beinah ganz Walcheren unter Wasser. Ende des fünfzehnten, Anfang des sechzehnten Jahrhunderts wird die Dünenreihe in einen Deich umgeformt, den Außendeich.
1544 hat der Deich eine Länge von etwa zwei Kilometern.

1682 gibt es südlich von Westkapelle wieder einen Deichdurchbruch. Gegen Ende des siebzehnten Jahrhunderts - der Binnen- und der Außendeich sind inzwischen zu einem Deich geworden - hat der Deich eine Länge von gut 3200 Metern.
1870 beträgt die Gesamtlänge des Deiches 3800 Meter. Der Deich ist nicht nur länger geworden, sondern liegt jetzt auch etwa 230 Meter weiter landeinwärts. Die heutige Länge des Deiches beträgt vier Kilometer.
1988 wird der Deich zur Küstenbefestigung erhöht. Siehe auch die spezielle Seite über den Deich von Westkapellein diesem Web.
Seit 2006 werden fotrlaufend weitere umfangreiche Maßnahmen zur Deichverstärkung ergriffen.
(Projekt Zwakke Schakels)
Walcheren im 17. Jh
Walcheren im 17. Jahhundert
Quelle des Bildes ist der MAP 37 von dieser Webseite:
http://homepages.rootsweb.ancestry.com/~rbillard/vyerighe.htm
und Wikipedia Commons
http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Walcheren_1696.jpg
Die Karte ist Teil eines Atlas aus dem Jahre 1696
Zitat aus der o.g. Quelle:
One of the items I have in this conglomeration is a 300 year old atlas titled 'de Vyerighe Colom'. Seems it is an atlas of the United Netherlands and Belgium, printed in 1696.  Although the book itself is in rather poor shape, each of the maps are intact and I have scanned them all into 'gif' files which may be downloaded from this page.
Wellenbrecher (Buhnen, niederl. Paalhoofden)  zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
Es war von größter Bedeutung, den Deich gut instand zu halten, regelmäßig zu reparieren und zu verstärken. Vom Deich hingen viele Leben ab! Im Laufe der Jahrhunderte ist der Deich mit vielen verschiedenen Materialien „bekleidet“ und verstärkt worden. Es waren echte Fachleute, die dafür sorgten, dass Faschinen gefertigt wurden, Flechtarbeiten durchgeführt wurden, Steine gesetzt wurden und Asphalt gegossen wurde. Wellenbrecher waren eine wichtige Verteidigung gegen das Wasser. Die Kraft der Wellen wurde durch Reihen von Pfählen im Wasser, den sogenannten Buhnen gebrochen. Diese Buhnen wurden in den Sandboden gerammt. Auch heute werden bei Rammarbeiten immer noch einige alte Gebräuche in Ehren gehalten. So werden die Pfähle geschmückt, es wird gesungen und auf einen günstigen Verlauf der Bauarbeiten getrunken.
Zwischen Deich und Turm   zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
Westkapelle liegt im wahrsten Sinne des Wortes zwischen dem Deich und dem Leuchtturm eingeklemmt. Die Einwohner Westkapelles sind eine Gemeinschaft, die lange Zeit sehr isoliert gelebt hat. So abgeschlossen, dass sogar oft innerhalb derselben Familien geheiratet wurde.
Es ist daher nicht verwunderlich, dass hier so viele Menschen denselben Nachnamen haben. Wenn man in Westkapelle jemanden mit einem bestimmten Nachnamen sucht, kann es schwierig werden, die richtige Person zu finden. Auch das Telefonbuch hilft dann nicht weiter, es gibt schließlich zig Leute mit demselben Nachnamen und oft auch noch demselben Vornamen. Fragt man nach Piet Minderhoud, dann kann einem keiner weiterhelfen, weiß man jedoch seinen Beinamen oder Spitznamen, dann weiß jeder Bescheid.

"Heiwerk" - Buhnen setzen mit manuell betriebener Ramme, ca. 1920
Gute Zeiten, schlechte Zeiten   zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts herrschte in Westkapelle bittere Armut, viel schlimmer als in den umliegenden Gemeinden. Die Gemeinde hatte zu geringe Erträge aus der Landwirtschaft, was in vielen Gemeinden auf dem Land der Fall war. Da es bei Westkapelle mit 2500 Einwohnern um eine der größten Gemeinden auf dem Land ging, war der Geldbeutel von Gemeinde und Kirchengemeinde schnell leer.Die Deicharbeiter bildeten im Gegensatz zu den viel individueller eingestellten Agrariern eine enge, geschlossene Gemeinschaft, die für einander sorgte. Sie gingen zwar schon mal für ein paar Wochen weg, um an anderen Orten an der niederländischen Küste an den Deichen zu arbeiten, aber es kam ihnen nie in den Sinn, von Westkapelle wegzuziehen. Um nicht zu verhungern, hatten viele Deicharbeiter ein eigenes oder ein gepachtetes Stückchen Land, um Gemüse und Kartoffeln anzubauen und eine Kuh oder eine Ziege für Milch und Fleisch zu halten. Die Kinder mussten bei den täglichen Arbeiten und den Arbeiten auf dem Land helfen.

Altes Polderhaus 1920
Unter uns                        zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
Die Bewohner Westkapelles bildeten eine enge Gemeinschaft und hatten ein lebhaftes Vereinsleben. Manche Vereine hatten gesellschaftliche Zielsetzungen, bei denen das Nützliche mit dem Angenehmen verbunden wurde. Es gab mehrere Glaubensgemeinschaften im Dorf. Singen ist ein Hobby, das alle Westkapeller ausübten. Während der Arbeit, in der Freizeit, bei Festen und Feierlichkeiten. Die neun (!) Herbergen des Dorfes waren nicht nur Gaststätten, die Deicharbeiter mussten dort auch hin, um ihren Lohn zu kassieren. Die Vereine hatten oft eine eigene Stammkneipe. Strandräuberei und Wilderern waren Aktivitäten, die man eigentlich nicht ausüben durfte, das heißt Strandräubern oder Strandgut suchen durfte man unter bestimmten Bedingungen. Aber in Westkapelle wurde nach Herzenslust Strandgut geräubert und gewildert. Die Westkapeller Kirmes mit dem dazugehörigen Tontaubenschießen und dem traditionellen Ringreiten ist auch heute noch einzig in ihrer Art. Und auch der Empfang eines neuen Bürgermeisters sowie die „Reise nach Jerusalem“ mit Pferden sind hier ganz besondere Traditionen.

Strand von Westkapelle 1920
Dünen aus Beton                zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
Am 14. Dezember 1941 beschlossen die deutschen Befehlshaber, dass an der gesamten Küstenlinie des Atlantiks und der Nordsee (vom Nordkap bis zur Grenze zwischen Frankreich und Spanien) eine Verteidigungslinie aus Beton errichtet werden sollte: der Atlantikwall. Walcheren, die “Festung Walcheren”, war eines der stärksten Bollwerke dieser Verteidigungslinie. Diese Linie bestand aus einer Kette von einzelnen Widerstandskernen, die von Minenfeldern und Versperrungen, z.B. aus Stacheldraht, umgeben waren. Es wurden unter anderem Hauptquartiere, Küstenbatterien, Infanteriestellungen und Radarposten realisiert. Wichtige Hafenstädte und die Zugänge zu den Häfen wurden zu Festungen. Auf Walcheren wurden insgesamt gut 300 bombensichere Bunker gebaut mit einer Wand- und Dachstärke von mindestens zwei Metern Stahlbeton und eine kilometerlange Panzerversperrung (Höckerlinie). Darüber hinaus wurde für die Verteidigung der Stadt Vlissingen auf der Landseite ein Panzergraben ausgehoben, hinter dem an strategischen Stellen Kampfbunker errichtet wurden. An vielen Stellen wurden Minenfelder angelegt und Radaranlagen aufgestellt. Der neue Westwall, wie der Atlantikwall zunächst genannt wurde, sollte den Feind daran hindern, eine Invasion vom Meer aus zu unternehmen. Diese Festungsfront sollte mit möglichst wenig Mannschaften so intensiv wie möglich verteidigt werden. Der Beton und die Geschütze sollten die Arbeit tun. Die Verteidigung des Zugangs zur Westerschelde hatte höchste Priorität. Vlissingen war das Hauptquartier der wichtigsten Marineautorität im Südwesten der Niederlande und bildete zusammen mit den Küstenbatterien den Kern der deutschen Verteidigung “Scheldemündung”.
Die Kriegsjahre                     zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
Schon schnell nach der Invasion wurden von der deutschen Besatzungsmacht diverse Maßnahmen ergriffen: Zwangsarbeiter wurden in die Fabriken der deutschen Kriegsindustrie geschickt und auf Flughäfen, die immer wieder bombardiert wurden. In den Anfangsjahren der Besatzungszeit wurde die Bewegungsfreiheit der Zeeländer kaum eingeschränkt. Aber das änderte sich im August 1942. Gut 10.000 Menschen wurden von Walcheren evakuiert, weil der gesamte Westen Zeelands ab September zum Sperrgebiet erklärt worden war, um Spionage zu verhindern. Lediglich die Gebiete entlang der Küste wurden zum Sperrgebiet erklärt. Und das galt übrigens auch für das restliche Küstengebiet der Niederlande. So wurden in Städten, die direkt am Meer lagen, wie in Vlissingen, ganze Stadtteile evakuiert. Pferde, Fahrzeuge und Fahrräder wurden beschlagnahmt. Die Häuser mussten verdunkelt werden, und es sollte weniger Licht gebraucht werden. In dem o.g. Buch von Ada van Hoof finden Sie eine ausführliche Zeitleiste über die Kriegsjahre in Westkapelle und Walcheren vom 10. Mai 1940 (Deutsche Besetzung) bis zur Befreiung im November 1944.
3. Oktober 1944                         zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
Die Westkapeller sind besonders stark mit ihrem Grund und Boden und ihrem Dorf verbunden. Unter anderem dadurch haben trotz der Warnungen der Alliierten nur wenige das Dorf verlassen. Viele haben einen kleinen Schutzkeller oder eine Schutzgrube in ihrem Garten gegraben. Viele flüchteten in die Mühle De Roos,als das Bombardement begann. Die Mühle hatte Mauern von mehr als einem Meter Stärke, schwere Holzbalken und einen großen Keller. Das Bombardement dauerte mehr als zwei Stunden, alle Viertelstunde kamen neue Bombenangriffe. Die ersten Bomben trafen nicht nur den Deich, sondern auch einen Großteil des Dorfs. Die Mühle De Roos von der Familie Theune wurde schwer getroffen und stürzte ein. Manche Menschen im Keller waren auf der Stelle tot. Der Ausgang war versperrt durch den Schutt und den heruntergefallenen Mühlstein. Als nach einer Stunde das Wasser der Flut durch die im Deich entstandene Öffnung strömte, sind beinah alle Menschen, die sich in der Mühle befanden, ertrunken. Nur drei der siebenundvierzig Menschen (2 Erwachsene und ein Baby) wurden im letzten Moment aus dem Schutt gerettet. An diesem Tag kamen in Westkapelle noch 113 weitere Menschen ums Leben. Die übrigen Einwohner verließen das Dorf nach dem dritten Bombardement und gingen in die umliegenden Dörfer. Nur wenige blieben zurück.
Bombardements                      zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
Am 7. Oktober 1944 wurden der Nolledeich bei Vlissingen, der Scheldedeich bei Rammekens und am 11. Oktober auch der Deich beim Veerse Gat durch Luftangriffe mit schweren Bomben zerstört. Am 17. Oktober wurde das Loch im Westkapeller Seedeich durch ein weiteres Bombardement vergrößert. Zwischen dem 10. und dem 30. Oktober wurden mehr als 1000 Bombardierungsflüge auf die deutsche Küstenverteidigung zwischen Domburg und Vlissingen durchgeführt. Die Luftabwehrgeschütze wurden größtenteils ausgeschaltet, aber die in schweren Bunkern aufgestellte Artillerie blieb nahezu völlig intakt und operabel.
Zerstörte Deiche auf Walcheren 1944
Zerstörte Deiche auf Walcheren 1944
Im Süden Vlissingen
Die Landung                             zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
 Die Landung alliierter Truppen in Walcheren am 1. November 1944 war Teil der
Schlacht an der Scheldemündung, die vom 2. Oktober bis zum 8.November 1944 stattfand. Der Aufmarsch der Alliierten begann am 2. Oktober 1944 nördlich von Antwerpen. Am 30. Oktober wurde Zuid-Beveland befreit. Am 3. November fiel das westliche Zeeuws-Vlaanderen nach einem Monat mühsamen und blutigen Gefechts in die Hände der Kanadier. In der Schlussphase dieser Gefechte wurde auch Walcheren von drei Seiten aus angegriffen: vom Osten aus über den Sloedamm, von Breskens aus gab es eine Landung in Vlissingen und vom belgischen Oostende aus gab es eine Landung bei Westkapelle. Dadurch, dass der Kommandant der Festung Walcheren nach der Überflutung seine Truppen zum Großteil nach Zuid-Beveland verlegt hatte, stießen die gelandeten Truppen in erster Instanz auf wenig Widerstand. Nur die Marine-Küstenartillerie hatte ihre Batterien noch vollständig besetzt und kämpfte gegen die Unterstützungsflotte, die dann auch schwere Verluste zu verzeichnen hatte. Gegen 12.30 Uhr wurde die Batterie nördlich des Dorfes durch die Alliierten von den Deutschen erobert. Am Ende des Tages waren die drei Küstenbatterien, die als die gefährlichsten galten, in den Händen der Alliierten. Die Landung war, trotz schwerer Verluste, erfolgreich. Am 1. November war Westkapelle als erster Ort auf Walcheren befreit worden.
Die Befreiung                                    zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der eine nach dem anderen Ort an der Küste Walcherens wurde von den Alliierten erobert. Viele Hunderte der deutschen Soldaten hatten sich ergeben. Manchmal erst nach heftigen Gefechten. Die Truppen, die an der Befreiung Walcherens mitgewirkt hatten, kamen aus England, Schottland, Norwegen, Frankreich, Kanada und Belgien. Insbesondere die britischen Truppen hatte schwere Verluste zu verzeichnen. Am 1. November um 4.45 Uhr begann der Angriff auf Vlissingen. Westkapelle wurde später an diesem Tag um 11.45 Uhr befreit. Am 2. November um 11 Uhr war Zoutelande befreit. Am 3. November am späten Nachmittag waren Vlissingen und Domburg befreit. Am 5. November wurde Souburg befreit. Am 7. November fiel Vrouwenpolder. Auch Middelburg war ab da wieder eine freie Stadt. Am 8. November kapitulierte der Kommandant der letzten noch kämpfenden deutschen Truppen bei Vrouwenpolder.
Walcheren war frei.
Zerstörungen                                     zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
Vor den drei Bombardements gab es in Westkapelle 650 Häuser, danach waren noch etwa 50 Häuser mehr oder weniger bewohnbar. Das Seewasser, das nach den Bombardements freies Spiel hatte, sorgte für neues Unheil. Die nicht zerstörten Häuser wurden durch das Flutwasser geschwächt, die Mauern wurden zersetzt und stürzten ein. Die Häuser, die dem Seewasser getrotzt haben, boten einen traurigen Anblick. Die Kämpfe und der Beschuss vom 1. November sorgten dafür, dass es in Westkapelle kein einziges unbeschädigtes Haus mehr gab.
Überschwemmtes Walcheren        zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
Beinah die ganze Insel Walcheren stand unter Wasser. Westkapelle war verwüstet, aber abgesehen von den niedriger gelegenen Gebieten noch größtenteils trocken. In der langen Zeit, in der Walcheren unter Wasser stand, lebten die Menschen dort im Rhythmus der Gezeiten. Man fuhr mit allem was treiben konnte: mit Booten, Kanus und selbstgebauten Flößen. Mit den zurückgebliebenen Amphibienfahrzeugen, den DUKW’s wurden Fährverbindungen organisiert. Diese DUKW’s konnten nur bei Flut fahren und selbst dann war es noch gefährlich. Ein Besuch des benachbarten Dorfes zu Fuß konnte nur bei Ebbe stattfinden. Manche Bäcker konnten ihre Öfen nur bei Ebbe heizen und standen mit Langschaftstiefeln vor dem Teigtrog. Der Treidelpfad am Kanal durch Walcheren entlang war nur bei Ebbe begehbar, und dann auch nur in der Mitte des Pfades, denn die Wegseiten lagen voller Minen. Der Verkehr durch den Kanal ging erst eine Stunde lang von Norden nach Süden und dann eine Stunde lang andersherum. Durch das Salzwasser gingen beinah alle Pflanzen ein, und viele alte Häuser und Bauernhöfe wurden durch die Strömung des Wassers beschädigt. Erst nach anderthalb Jahren war Walcheren wieder trocken und konnte der Wiederaufbau beginnen.
Der Preis für die Freiheit                 zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
47 Menschen suchten am 3. Oktober 1944 Schutz im Keller der Mühle De Roos.
44 Menschen kamen an diesem Tag in diesem Schutzkeller ums Leben.
162 Menschen sind während oder infolge des Bombardements am 3. Oktober 1944 (113) oder durch Beschießungen, Minenexplosionen, Zwangsarbeit und durch Ertrinken (49) umgekommen. Außer in Westkapelle selbst gab es auch aus Westkapelle stammende Opfer in Domburg, Oostkapelle, Zoutelande, Aagtekerke, Arnemuiden, Serooskerke und in Deutschland.
Von den 162 Opfern galten 16 als vermisst. Unter ihnen gab es 5 Personen, die nicht aus Westkapelle kamen und hier auf Familienbesuch waren.
Die Deutschen schickten oft sehr junge oder ältere Männer nach Westkapelle, die für den schweren Frontdienst nicht geeignet waren. Bei den Befreiungsaktionen vom September bis November 1944 wurden 41 043 deutsche Soldaten in Kriegsgefangenschaft genommen. Wie viel deutsche Soldaten gefallen sind, weiß man nicht.
Deiche wieder dicht                       zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
So schnell wie möglich begann man mit dem Abdichten der verschiedenen Löcher in den Deichen auf Walcheren. Vieles konnte noch nicht durchgeführt werden, weil es zu wenig Material und Gerätschaften gab. Erst nach der Befreiung des Rests der Niederlande kam Material vom Dienst Zuiderzeewerken nach Walcheren. In Westkapelle gab es zwei Strömungsrinnen, eine mit einer Breite von 40 Metern und eine mit einer Breite von 120 Metern. Die nördliche Strömungsrinne wurde zuerst gedichtet, am 14. Juli 1945 nach etwa zwei Monaten Arbeit. Die zweite Rinne wurde am 12. Oktober 1945 geschlossen.
Notwohnungen                             zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
Die ersten Leute, die ein Dach über dem Kopf brauchten, waren die Arbeiter aus Sliedrecht und Werkendam: Sie fingen schon im November 1944 mit den vorbereitenden Arbeiten für die Reparatur des Deichs von Westkapelle an. Diese Leute wurde in halbrunden Baracken aus Wellblech, den sogenannten Nissenhütten untergebracht. Im August 1945 schenkte die Schweizer Organisation Don Suisse Westkapelle ein Arbeiterbarackenlager. Es waren vier Wohnbaracken, eine Kantine und eine Sanitäreinheit. 1946 wurde mit dem Schutt aus dem Dorf ein Barackenlager aus Stein gebaut: zwei Gebäude, eine Kantine und eine Verwalterwohnung. Die ersten Bewohner waren die Arbeiter des Baudienstes „Dienst Uitvoering Werken” (DUW). Direkt nach der Befreiung kamen viele Westkapeller zurück ins Dorf. Der Schutt musste aufgeräumt werden und man musste dafür sorgen, dass man wieder ein Dach über dem Kopf hatte. Zunächst zog man in die Bunker, in denen bislang die deutschen Soldaten stationiert waren. Die Gemeinde kaufte eine Partie der sogenannten Nissenhütten von den Engländern. Diese wurden zu Wohnungen für die Westkapeller Familien umgebaut. 1947 wurde das Arbeiterbarackenlager von zu Wohnungen umgebaut. Auch in Domburg wurden viele Westkapeller Deicharbeiterfamilien untergebracht. Sie halfen bei den Arbeiten am Deich.
Wiederaufbau des Landes              zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
Walcheren war wieder trocken. Das Land und die Bevölkerung haben jedoch noch lange unter dem Seewasser gelitten. Jeder Bauer hatte Schäden an seinen Gebäuden, Geräten und Maschinen, an den Gewächsen und beim Vieh. Walcheren war eine trostlose, kahle Fläche geworden mit ein paar übrig gebliebenen Bäumen und Sträuchern, die beinah alle durch das Salzwasser eingegangen waren. Um Walcheren wieder grün zu machen, wurde ein Baumpflanztag organisiert. Überall auf Walcheren wurden Bäume gepflanzt, was von dem Rest der Niederlande finanziert wurde. Prinzessin Juliana pflanzte den ersten Baum in Westkapelle am 4. November 1947. Ein Jahr später pflanzte auch ihre Mutter, Königin Wilhelmina, den ersten Baum des Wilhelminabos südlich von Westkapelle.
Wiederaufbau des Dorfes                zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
1945 beantragt die Gemeindeverwaltung beim niederländischen Staat 200 Bruynzeel-Notwohnungen. In der Umgebung des heutigen Marktplatzes wurde ein Viertel mit 54 solcher Häuser gebaut, und ein weiteres Viertel mit 146 Notwohnungen entstand am Noordervroon. 1947 wurden die ersten zwei Geschäftsgebäude mit Wohnungen gebaut: Hotel-Café-Restaurant De Valk und das Haus des Lohnunternehmers P. Lievense. Der Schutt im Dorf war zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz geräumt. Inzwischen förderte der Staat den Wohnungsbau mit speziellen Zinsregelungen. Westkapelle ergriff die Gelegenheit und begann 1947 - als die Infrastruktur größtenteils wieder hergestellt war - mit dem Bau von circa 125 neuen Häusern. Viele trauten sich nicht, selbst zu bauen, weil sie die Vergütung für den Neubau unzureichend fanden. Mit und mit zogen die ersten Leute aus den Bunkern oder Notwohnungen in ihre neuen Häuser. 1948 wurden viele Häuser erstmals bezogen. Inzwischen hatte auch der Staat angefangen, auf Kosten des Staates Häuser in Westkapelle zu bauen. Hierbei ging es um größere Häuser mit Ladenlokalen oder Betriebsräumen. Man nannte das „Kollegbau“. So entstanden bis 1949 zweihundert Häuser und gewerblich genutzte Gebäude. Es liefen viele Enteignungsverfahren und es gab Schadensersatzregelungen. In einigen Fällen dauerte die Abwicklung dieser Verfahren bis Mitte der fünfziger Jahre. Trotz allem hat der Wiederaufbau nicht allzu lange gedauert. Die letzte Notwohnung wurde 1963 verlassen.
Reparatur der nicht beschädigten Deichteile zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
Durch die Art der Zerstörung der Deiche mussten oft eingreifende Veränderungen an den Deichen ausgeführt werden. In Fällen wie in Westkapelle war das nicht zu vermeiden. Dort wurde ein Teil des neuen Deiches auf einem verwüsteten Teil des Dorfes angelegt. Aber auch der Rest des Deiches musste repariert werden. Mit diesen Reparaturarbeiten (Entfernen der Bunker, Zuschütten der Bombenkrater, Wiederherstellung der Buhnen und Deichböschungen usw.) wurde gleich 1947, nach der Wiederherstellung der allgemeinen Infrastruktur, angefangen.

Bunker auf dem Deich 1945 - Foto Neeltje Flipse-Roelse
Westkapelle als Touristenziel         zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis

Vor dem Krieg kamen viele wohlhabende Leute und Künstler nach Walcheren und auch nach Westkapelle. 1939 gab es in Walcheren 3000 Übernachtungsplätze in Hotels und Pensionen und ca. 700 Betten in Ferienhäusern und auf Campingplätzen. Nach dem Krieg ist die Zahl der Touristen in ganz Zeeland sehr schnell gestiegen.

Bushaltestelle am Markt mit Hotel Valk, 50 er Jahre - Foto Neeltje Flipse-Roelse
Die jährliche Zahl der deutschen Besucher in Zeeland liegt bei 650 000.  Die Gesamtzahl der Urlauber bei 1,3 Mio.
In Zeeland gab es 2008 ca 125 000 Übernachtungsmöglichkeiten, davon 89 000 auf Campingplätzen. Es wurde ca. 8 Mio Übernachtungen durch Urlauber gebucht.

Heute ist Westkapelle und insbesondere das Museum ein Ort der Begegnung von Deutschen und
Niederländern. Jährlich besuchen ca. 14 000 Menschen das Museum, davon 50 % Deutsche.
Hotel de Valk
  Hotel de Valk 2010
2008/2009  Panoramaweg, Deichverstärkung, Naturschutzgebiet Nord
Beginnend vom kleinen Leuchtturm im Norden wird in Richtung Domburg der Norddeich verstärkt. Gleichzeitig entsteht ein befahrbarer Panoramaweg und ein neues Sandstrandgebiet wird aufgeschüttet. Ein neues Tourismusziel entsteht am Norddeich.

Im Hinterland des Norddeiches entsteht ein großes Naturschutzgebiet als Rückzugsraum für Wasservögel. Im Herbst 2009 wird am Panoramaweg vor dem kleinen Leuchtturm eine Hütte zur Vogelbeobachtung errichtet.
Das Badmotel am Kreek wird abgerissen. Der Bau einer Appartementanlage beginnt. Südlich am Jossesweg beginnt der Bau eines neuen Campingplatzes.
rote Kuh
   
2009 Memories to Share                            zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
Am 2. Oktober 2009 wird das Projekt "Memories  to Share" offiziell abgeschlossen. Seit dem steht im Polderhuis eine audio-visuelle Präsentation in niederländischer, englischer und deutscher Sprache mit einem Touchscreen zur Verfügung, in der man sich interaktiv die dramatischen Ereignisse vom Herbst 1944 aus verschiedenen Perspektiven erschliessen kann.
Memories to Share
   "Memories to Share" - Infostand mit Touchscreen im Museum
2010 Neue Campinganlage am Joosesweg  zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
Am 23. April 2010 wird die neue große Campinganlage "Het Hoge Licht" am Joossesweg von Bürgermeister van der Zwaang offiziell eröffnet.
Hoge Licht
  Einfahrt zur neuen Campinganlage Het Hoge Licht
2010 Liberty Bridge                          zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
Im März/April 2010 beginnen die Arbeiten am Bau einer direkten Verbindung zwischen dem Panzerdenkmal auf dem Deich und dem dahinterliegenden Polderhuis-Museum. Eine Brücken- und Treppenkonstruktion soll das geschichtsträchtige Panzerdenkmal, dass schon lange zu einem Wahrzeichen von Westkapelle geworden ist, mit dem Außengelände des Museums verbinden. Die feierliche Einweihung findet am 23. Juli 2010 unter Teilnahme vieler britischer Veteranen statt. Die "Brücke der Freiheit" ist ein Symbol für die Verbindung zwischen den britischen Royal Marines und der Bevölkerung von Westkapelle, aber auch Ausdruck der Freundschaft zwischen den heutigen Besuchern aus Deutschland und den niederländischen Gastgebern. Auf einem Abschnitt der Brücke sind die Namen der Marines eingraviert, die bei der Landungsoperation zur Befreiung von Westkapelle am 1. November 1944 ums Leben kamen. Auf halber Höhe lädt ein Plateau mit Bänken zum Verweilen ein.
Liberty Bridge
   
2011 Neue Bebauung am Kreek abgeschlossen   zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
Auf dem Gelände des ehemaligen Bad Motels, im Nordosten des Kreeks, wird der Bau der neuen Appartementanlage abgeschlossen.
Am Kreek
 
Geschichte der Kirchengebäude             zurück nach oben      zurück zum Inhaltsverzeichnis
Im Jahre 2000 gab es in der Kirche Moria am Markt eine Ausstellung. Auf mehreren Schautafeln wurde mit Texten und Bildern die Geschichte der Kirchengebäude in Westkapelle  erzählt. Die Informationen basieren im wesentlichen auf der Arbeit von Herrn Kees Boogaard, der als Hobby-Historiker sehr viele Daten, Fakten und Fotos aus alten Archiven zusammengetragen hat. Beteiligt an der Ausstellung waren Jos Gabriëlse, Ab Hoogstrate und viele ungenannte Helfer. Es gab auch für die deutschen Besucher eine deutsche Fassung der Texte. Sie wurde erstellt von Gertie und Klaus Wollert. Die nachfolgenden Informationen zur Geschichte der Kirchengebäude basieren auf der ersten Informationstafel aus dieser Ausstellung.
 
695/698 Der heiligeWillibrord, (geboren in Nothumbria, England), erster Bischof von Uetrecht, landet auf dem Westkaap und bringt das Evangelium.
um 1030 Die alte Sankt Maartenskirche aus Middelburg gründet zwei Kapellen auf dem Lande Walcherens für die Seelsorge der Bewohner, die Oostkapelle und die Westkapelle. Diese werden schon bald selbständige Pfarrgemeinden.
1071 Erste schriftliche Erwähnung der Sankt Willibrord geweihte Kirche in Westkapelle.
1223 Westkapelle bekommt die Stadtrechte.
1460 Die Geistlichkeit von Westkapelle bittet den Staat um Erlass der Steuerpflicht, weil das Meer so nahe an die Kirche gekommen ist, dass es notwendig wäre, die Kirche an einer anderen Stelle aufzubauen.
1458 bis 1470 Die zweite spätgotische Sankt Willibrorduskirche wird gebaut. Bis heute erhalten blieb nur der Kirchenturm. Er dient seit 1818 als Leuchtturm.
1572 Westkapelle wendet sich zum Protestantismus.
1568-1648 80 jähriger Krieg zwischen Spanien (römisch-katholisch) und Holland (protestantisch).
1580 Wiederaufbau der schwer beschädigten Sankt Willibrordus-Kirche, weil die Kirche für Seeleute am Tag als Orientierungspunkt sehr wichtig ist. Heute hat der Turm die Funktion als Orientierungspunkt noch immer. Der dreieckige "unreligiöse" Chor wurde "dem nagende Zahn der Zeit überlassen".
1818 Vom Staat wird auf dem Turm ein Küstenlicht installiert.
1831 Das Küstenlicht ist auch die Ursache für den endgültigen Untergang des Kirchengebäudes, denn in der Nacht vom 14. auf den 15. März entsteht ein Brand im Turm. Aber der Turm überlebt. Schon in der nächsten Nacht brennt wieder das Küstenlicht.
1834 Einweihung der neue "Hervormde" Kirche (reformierten Kirche), die im "Waterstaats" Stil gebaut wurde.
1902 Am 19. Januar erfolgt die Eröffnung des "Gereformeerde" Kirchengebäudes "Bethel" in der Noordstraat. Es wird heute noch benutzt.
1926 Einweihung des Kirchengebäudes der "Gereformeerde Gemeente". Es stand auch in der Noordstraat.
1910 Bau des Kirchengebäudes für eine Gruppe aus die "Hervormde" Kirche, "Vrijzinnig Hervormden" genannt, an der Ecke Molenweg - Molenwal. Dieses Gebäude wurde 1944 zerstört.
1944 Durch Kriegsgewalt werden sowohl die "Hervormde" als auch die Gereformeerde Gemeente" Kirche zerstört. Nur das Gebäude"Bethel" wird geschont.
1945 Eröffnung einer Notkirche, in einer großen und einer kleinen Baracke der Deutschen Wehrmacht. Die Baracken standen während des Krieges bei einem Bauernhof mit dem Namen "De grote prelaat", am Weg nach Aagtekerke.
1949 Einweihung der heutigen "Gereformeerde Gemeente" Kirche an der Ecke Koestraat - Rookstraat.
1951 Am 6. November Einweihung der "Hervormde" Moria Kirche.
1963 Bau der Römisch-Katholische Touristenkirche an der Bazien-straat. Die Kirche besteht nicht mehr. Ein Möbelhändler benutzt sie als Lager.
1978 Das "Evangelisch Centrum Maranatha" wird eröffnet, Ecke Koestraat - Molenweg.

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Copyright Horst Lisowski Bonn Letzte Änderung März 2017

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