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KNRM-Westkapelle - eine Station der
Koninklijke Nederlandse Redding Maatschappij
Seenotretter in Action
KNRM-Logo
Gleich zu den vier Fotospecials (Station, Boote, Technologie und "Uly" in Action")
1. KNRM - Was ist das?
2. Geschichte der Station Westkapelle
3. Beschreibung der Absetz-, Aufnahme und Wendetechnik des Bootes Uly
3. Film vom Rettungsboottag 2016
4. PDF mit Foto-Tour zum Rettungsboottag 2016
 

KNRM - Was ist das?                                      Top

Die Koninklijke Nederlandse Redding Maatschappij (KNRM) ist das niederländische Äquivalent zur Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Sie ist zuständig für den Such- und Rettungsdienst an der niederländischen Nordsee-Küste und dem IJsselmeer.
Die KNRM unterhält zu diesem Zweck 42 Stationen mit 65 Rettungsbooten und 15 Fahrzeugen mit Rettungsmaterial.
Die Bootsbesatzungen bestehen aus 600 Freiwilligen.
Insgesamt sind über 1100 Freiwillige für KNRM tätig.
Das Hauptquartier ist seit 1996 in IJmuiden.
Die Finanzierung erfolgt, wie auch bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, durch private Spenden. 
Die Hilfeleistungen der KNRM sind für die Geretteten kostenlos.
Die jährlichen Kosten betragen 11 Mio Euro.
KNRM-Westkapelle
KNRM-Westkapelle KNRM-Gründung

Am 11. November 1824 wurde die Koninklijke Noord- en Zuid-Hollandsche Redding-Maatschappij (KNZHRM), auch  Noord genannt, gegründet.

Am 20. November 1824
wurde die Koninklijke Zuid-Hollandsche Maatschappij tot Redding van Schipbreukelingen, auch  Zuid genannt, gegründet.

Die heutige
Koninklijke Nederlandse Redding Maatschappij entstand durch die Fusionierung von Noord und Zuid.

Jährlich ist einmal "Rettungsboottag" . An diesem Tag sind alle Stationen für das Publikum geöffnet und häufig finden Vorführungen statt.
In 2016 war am 30.04. "Rettungsboottag". Mehr siehe unten.
     
Geschichte der Station Westkapelle              Top    
  KNRM-Westkapelle  
1826 Westkapelle erhält ein Rettungsboot. Es war seit 1824 in Domburg stationiert. Dort fand man aber keine Rettungsmannschaft.
1829 Das Boot ist in einem verwahrlosten Zustand und wird zurückgeführt nach Rotterdam.
1865 In Zoutelande, dem südlichen Nachbardorf von Westkapelle, wird ein Rettungsboot stationiert.
1873 Auch in Zoutelande findet sich keine Rettungsmannschaft. Die Station wird geschlossen und das Boot nach Vlissingen gebracht
1911 In der Nacht vom 30. September zum 1. Oktober 1911 zerschellt die finnische Dreimastbark City of Benares auf dem Westkapeller Seedeich.
Die Westkapeller bilden eine Menschenkette und so gelingt es ihnen, neun Besatzungsmitglieder zu retten. Zwei Schiffbrüchige können sich selbst retten, doch leider ertrinken auch neun. Nach diesem Ereignis wird in Westkapelle eine Leinenwurf- und transportanlage mit Mörserkanone stationiert. (Lijnwerp- en wippertoestel met mortier)
Mit der Kanone wird ein dünnes Seil vom Ufer auf ein gestrandetes Schiff geschossen. Damit wird ein dickeres Transportseil an Bord gezogen.
Über mehrere Seile und Rollen wird dann ein Rettungskorb oder eine Rettungshose zwischen Schiff und Ufer hin- und her gezogen. Bilder siehe unten.
1920 Am 5. August werden fünf Menschen vom gestrandeten Schoner "Pride of the West"  gerettet.
1922 Sechs Menschen werden bei Domburg gerettet von der Hobglobin.
1957 In der Nacht vom 15. zum 16. März werden neun Menschen von dem gestrandeten Schiff Achilles gerettet.
Die Achilles war am 15. März gestrandet und vollgelaufen. Als das Schiff zu sinken begann, mussten die schon angebrachten Schlepptaue gekappt werden. Bergungsfahrzeuge versuchten die Passagiere zu retten. Einer der Retter stürzte dabei ins Wasser und ertrank. Das Schiff legte sich vor dem Deich auf die Seite.  Mit der Mörserkanone wurden Leinen auf das Schiff geschossen. Nach 40 Minuten waren alle Schiffbrüchigen gerettet.
1991 Die Rettungsmanschaft wird vorbereitet auf die Inbetriebnahme eines moderne Kunststoffrettungsbootes mit Außenbordmotor. Sie soll zukünftig vor der West- und Oosterschelde zum Einsatz kommen.
1992 1992 wird das 5 Meter lange Boot "Fint" in Dienst gestellt. Es hat sieben Mann Besatzung. Sie werden über einen Funkruf ("Pieper") alarmiert. Von nun an gab es häufiger Einsätze. Aus einer "schlaffenden" war eine aktive Rettungsstation geworden.
KNRM-Westkapelle Mortier Geschoss
Abschuss der Rettungsleine mit dem Mörser.
Vorführung am 12.05.2001
Der Mörser ist heute im Polderhuismuseum ausgestellt. Am Ende des Geschosses das dünne Seil. Damit wurde dann ein stärkeres an Bord gezogen.
Wippertoestel im Einsatz KNRM-Westkapelle KNRM-Westkapelle
"Wippertoestel" im Einsatz.
Zeitgenössische Darstellung
Ausstellung des Rettungsbootes "Flint" vor dem alten Stationsgebäude.
Vorführung am 12.05.2001
Ausstellung des Rettungsbootes "Fint" vor dem alten Stationsgebäude.
Vorführung am 12.05.2001
    
2002 Ende des Jahres beginnt der Bau eines neuen, größeren Stationsgebäudes unter dem Radarposten. Es soll ein neues Boot der Valentijn-2000 Klasse aufnehmen.
    
KNRM-Westkapelle Name KNRM-Westkapelle
2002 Das Baustellenschild zeigt schon das neue Hightech-Rettungsboot, das zum Einsatz kommen soll.
2003 Das Rettungsboot Uly wurde am Samstag, den 27. September 2003 getauft. Der Bau des Bootes wurde finanziert durch eine Spende der Familie F.J. Plesman. "Uly" und die dazugehörige Caterpillar-Zugmaschine wurden am gleichen Tag in Betrieb genommen.
Die Taufzeremonie wurde durch eine Enkelin des verstorbenen Hr. Plesman durchgeführt. Auf Wunsch des Spenders wurde das Boot nach seiner verstorbenen Frau Uly Plesman-Vogel benannt. Gleichzeitig wird das neue Stationsgebäude eröffnet und auf den Namen "Henny van
Nievelt" getauft. 
Die technischen Daten des Bootes "Uly": 

Baujahr: 2003
Gewicht: 10 Tonnen
Abmessungen: 11,00 x 4,10 x 0,75 m
Motorleistung: 2 x 450 PS
Maximale Geschwindigkeit: 35 Knoten (ca. 65 Km/h)
Aufnahmevermögen: 50 Gerettete
Besatzung: 4 Personen

Uly ist ein Boot der erweiterten Valentijn 2000 Klasse.

KNRM-Westkapelle KNRM-Westkapelle KNRM-Westkapelle
Caterpillar-Truck, hydraulischer Bootsträger und das Boot "Uly" 2008 "Uly" auf dem hydraulischen Bootsträger Das Instrumentenbord von "Uly"
 
2009 Am 28.02.2009 wird die "Wippertoestel"-Anlage außer Dienst gestellt und kommt ins Polderhuismuseum in Westkapelle.
 
Sehen Sie "Uly" in Action und schauen Sie sich das Absetz- und Aufnahmeprozedere für das Hightech-Rettungsboot in den vier Fotospecials (Station, Boote, Technologie und "Uly" in Action") an.  100 faszinierende Fotos.
 
Beschreibung des Absetz-, Aufnahme-und Wendetechnik für Boot "Uly"  
(Siehe dazu auch dieses Fotospecial)                                           
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Im Ruhezustand liegt das Boot mit der Spitze nach hinten auf dem Bootsträger. Der Caterpillar-Truck zieht den Bootsträger zum Strand und schiebt ihn rückwärts in das Wasser bis das Boot schwimmen kann. "Uly" startet.
Wenn das Boot zurückkehrt, schiebt der Truck den Träger wieder in das Wasser und nimmt das Boot auf. Jetzt zeigt die Spitze nach vorn in Richtung Truck. Der Truck fährt auf den Strand und stellt sich parallel zum Wasser. Der Träger kann hydraulisch abgesenkt werden. Er setzt das Boot auf den Strand. Nun wendet er und nimmt das Boot von der anderen Seite wieder auf. Die Spitze zeigt wieder nach hinten. Das Boot ist wieder startfertig.
 
Am 30.04.2016 war Rettungsboottag, Traditionell ermöglichen die KNRM-Stationen an diesem Tag Spendern und freiwilligen Helfern, eine kleine Fahrt mit dem Rettungsboot zu machen.
Der kleine Film unten hat eine Länge von 7 Minuten und steht im Format MP4,  mit 800x450 Pixel,bereit. Eigene Aufnahme des Autors. Kein Flashplayer erforderlich!
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Weiterführende Informationen in niederländischer Sprache finden Sie auf der Homepage von KNRM. 

 

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Copyright Horst Lisowski Bonn 2010, letzte Änderung Mai 2016

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